Ende eines Experiments

Also: Ich bin nicht die geborene Bloggerin! Soviel ist bei dem veganen Experiment schon mal heraus gekommen. Schade eigentlich, denn es waren spannende drei Monate und ich hätte gerne mehr von meinen Erlebnissen geteilt. Es hat sich gezeigt, dass mein erster Eindruck richtig war: Zuhause habe ich tolle vegane Sachen gekocht und hatte große Freude am Experimentieren, auch mit neuen Zutaten. Heute abend gab es zum Beispiel Spargelcremesuppe aus abgekochten Spargelschalen und mit einer Schwitze aus veganer Margarine und Reismehl und ein wenig Sojasahne. Mit ein paar feinen Gewürzen ein sehr cremiger Genuß. Die Schalen waren übrig von einem asiatischen Spargelgericht: Spargel, Paprika, Frühlingszwieben rührbraten mit einer Sauce aus Ingwer, Reissirup und Sojasauce. Köstlich!

Aber draußen essen ist nicht nur in Köln gelinde gesagt eine Katastrophe: Die vegetarischen Gerichte sind oft käse- oder sahneverseucht und die Bedienungen überfordert mit Fragen nach Eiern in Nudeln, Sahne in Suppen, Käse in Füllungen. Die ewige Fragerei nervt alle Beteiligten, vor allem auch die anwesenden Freunde, die mich nun für gänzlich verschroben halten. So gibt es dann halt immer öfter Salat mit Bratkartoffeln, was je nach dem auch nicht gerade eine kulinarische Offenbarung ist oder die bereits erwähnte Tomatensuppe, von der ich eigentlich nie ein Fan war.

Es gab viele Versuchungen: der Schokoladenosterhase (zurückgewiesen, sorry Mama), die Kekse beim Kaffee (oft erlegen), das erste Eis (ab jetzt kein leckeres Nugateis mehr, aber gutes Fruchteis schmeckt auch toll), der Mohnkuchen aus dem Café Schmitz (einmal geschafft, beim zweiten Mal erlegen) und natürlich die Kuchen meiner Freundin Cordula (wie könnte ich denen widerstehen). Es gab auch leichte Umstellungen: Kaffee schwarz zu trinken, wenn es mal wieder keine Sojamilch gibt, fällt mir leichter als gedacht. Allerdings weiß ich jetzt, wo es guten Kaffee gibt bzw. schlechten, das schmeckt man so pur nämlich sehr genau. Auf Reisen, wenn ich in anderen Städten unterrichte, gab es allerdings pure Notsituationen, in denen ich dann fünf gerade sein lassen musste, um nicht zu verhungern. Ok, ok, ich übertreibe, bin nun mal verfressen, aber die vegane Gastronomie steckt wirklich noch in den Kinderschuhen. Hätte ich kein Yogastudio, ich wäre in Versuchung....

Und so werde ich es nach diesem Experiment auch weiterhin halten (vielleicht ein paar mehr als fünf gerade sein lassen), denn insgesamt hat es mir total gut getan und ich hab nicht das Gefühl, dass ich den totalen Verzicht üben muss. Klar so ein paar Lieblingsspezereien fallen raus, aber es ist sehr interessant, wie sich auch der Geschmack trainieren lässt und nicht nur der Körper oder der Geist. Auch das ist für mich Yoga.

 

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