Ashtanga Vinyasa Yoga

Woher kommt Ashtanga Yoga?

 

Ashtanga Vinyasa Yoga ist das Yogasystem, aus dem sich alle modernen dynamischen Yogastile entwickelt haben. Es geht zurück auf T. Krishnamacharya (geb. 1888), der die moderne Yogawelt entscheidend geprägt hat mit seinem lebenslangen Einsatz für die Überlieferung der Yogatechniken.

 

K. Pattabhi Jois (geb. 1915) sah als Junge eine von Krishnamacharyas Demonstrationen, mit denen er Menschen für Yoga begeistern wollte (das damals in Indien weder besonders beliebt noch bekannt war) und wurde sein Schüler. Er lernte von ihm verschiedene Asana-Sequenzen (dynamische Abfolgen von Körperhaltungen), die einem populären Mythos nach einem alten Manuskript entstammen, dem Yoga Korunta des Vamana, von dem Pattabhi Jois behauptete, die Ameisen hätten es zerfressen.


Pattabhi Jois gründete 1948 das Ashtanga Yoga Research Institute in Mysore in Südindien, wo er in den 70er Jahren auch erstmals westliche Schülerinnen und Schüler unterrichtete. Von dort begann sich Ashtanga Yoga weltweit zu verbreiten und bis zu seinem Tod 2009 widmete Pattabhi Jois sein Leben der Praxis und Lehre dieses faszinierenden Yogasystems. 

 

Was sind die Techniken des Ashtanga Yoga?

 

Charakteristisch für Ashtanga Yoga sind verschiedene Techniken, die während der Ausführung aller Asanas angewandt werden. Die Ujjayi-Atmung wärmt den Körper und beeinflusst den inneren Energiefluss. Der Dristi fördert über die Ausrichtung der Blickrichtung der Augen die Konzentration. Mula- und Uddiyanabandha sind Muskelkontraktionen, die zu mehr Stabilität in den Asanas verhelfen und zugleich die Zirkulation der Energie im Körper steuern. Im Ashtanga Yoga sind alle Bewegungen an eine Ein- oder Ausatmung gekoppelt. Diese Verbindung von Atmung und Bewegung bezeichnet man als Vinyasa. Jedes einzelne Asana hat eine exakte Vinyasa-Abfolge.

 

Wie wird Ashtanga Yoga unterrichtet?


Wir unterrichten im traditionellen Mysore-Stil. Dabei übt jede/r im eigenen Rhythmus die festgelegte Serie der Asanas und erhält individuelle Hinweise für die Praxis. Daher ist diese Art auch für Anfänger bestens geeignet, weil jeder behutsam an die Techniken herangeführt werden kann und auf eventuelle Einschränkungen,  wie zum Beispiel Rückenschmerzen oder Nackenverspannungen, Rücksicht genommen werden kann.

Traditionell wird am Morgen geübt, weil Körper und Umwelt dann noch weitgehend unbelastet sind und nach der indischen Philosophie die Energie zu diesem Zeitpunkt besonders stark ist.

 

Wie wirkt Ashtanga Yoga?


Wer Ashtanga Yoga regelmäßig übt, wird bald die Wirkungen dieser Praxis spüren: Der Körper wird gekräftigt und gleichzeitig nimmt die Bewegweglichkeit zu. Durch die beim Üben entstehenden Körperwärme schwitzt man, der Körper wird gereinigt.

Neben den physischen Wirkungen machen sich auch innere, mentale Veränderungen bemerkbar. Der Geist kommt durch die Asana-Praxis zur Ruhe. Zudem bietet sich die Möglichkeit, das auf der Matte erlernte auch „neben“ der Matte anzuwenden und alte Gewohnheiten zu hinterfragen und Verhaltensmuster zu durchbrechen. So führt Yoga uns zu uns selbst und vermittelt mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich und anderen.

 

Was gibt es beim Üben zu beachten?


Vor und während des Unterrichts sollte man nicht essen oder trinken.

Ideal für das Üben ist bequeme, luftdurchlässige Sportkleidung.

Neben einer Matte, die anfangs im Studio geliehen werden kann, braucht man eventuell ein Handtuch für den Schweiß.

Um 07:30 Uhr singen wir in der Regel gemeinsam das Anfangsmantra. Wer früher da ist beginnt mit dem Üben und unterbricht die Praxis für das Singen.

Während der ersten drei Tage der Regel ist eine Pause empfehlenswert für die, die täglich üben. Es gibt aber Frauen denen eine sanft ausgeführte verkürzte Praxis gut tut. Findet heraus, was für euch richtig ist.

 

Wie verhalte ich mich im Unterricht?

 

Für den Unterricht gelten ein paar Regeln. Diese dienen dazu, allen zu ermöglichen, sich in Ruhe aufs Yoga konzentrieren zu können.

Rollt eure Matten bitte leise aus, statt sie auf den Boden zu knallen.

Schließt die Türen leise und achtet bei der Eingangstüre darauf , dass sie sich für die Nächsten öffnen läßt.

Schuhe gleich hinter der Eingangstür ausziehen. Hinter dem Vorhang ist schuhfreie Zone.

Hilfsmittel wir Blöcke, Decken usw. nach dem Gebrauch zurücklegen.

Bitte duscht vor dem Unterricht! Damit tut ihr nicht nur den Mitübenden einen Gefallen, sondern ihr entfernt den Nachtschweiß, so das der durch das Üben entstehende Schweiß ungehindert aus den gereinigten Poren austreten kann und seine Entgiftungsfunktion erfüllen kann.

Kurz gesagt: Aufeinander Rücksicht nehmen.